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Warum ich Friseurbesuche hasse

Sie haben die Macht über deinen Look - und sie wissen es

Wer sich verändern will, muss sich wohl oder übel unter das Messer bzw. die Schere begeben. Aber ob ein Friseurbesuch den ganzen Ärger wert ist?

Der Friseurbesuch ist die Wellness-Oase der Unterschicht. Wer sich keinen Spa-Besuch mit Goldmaske und Champagner schlürfen leisten kann, der lässt sich eben den Kopf massieren und Strähnchen setzen.

Wohl dem, der einen Friseur seines Vertrauens gefunden hat.  Da wird gewaschen, massiert, geschnitten, gefärbt und geplaudert was das Zeug hält. Typberatung inklusive. Bei einer Trennung bietet sich ebenso die Trennung von der langen Mähne an. Schließlich muss man die innere Veränderung ja nach außen zeigen. Sollte der Ex eine Neue finden, werden Extensions verkauft. Und wenn er sie heiratet wird das ganze Unglück auf dem Kopf blond gefärbt.

Offenbar sind alle glücklich, zum Friseur zu müssen. Spätestens hier frage ich mich: »Was stimmt nicht mit mir?«

Schweig, Hair Artist!

Auf die Frage, wie ich die Haare geschnitten haben möchte, antworte ich meistens: »Schweigend.« Das hält die Haar-Künstler aber nicht davon ab, mir Dinge entlocken zu wollen, die ich nicht mal im engen Freundeskreis preisgebe. Hier hilft meist nur, detailliert und bildreich von eiternden Intimpiercings zu erzählen. Bringt dies das Gegenüber nicht zum Schweigen, erzähle von deiner letzten Abtreibung vorherige Woche. Wer bei diesem Thema weniger wortgewaltige Bilder malen möchte, kann auch einfach Wortfetzen von sich geben und leise anfangen zu weinen. Das sollte ein weiteres Gespräch verhindern.

Es verhindert aber leider nicht darüber zu reden, wie die Frisur aussehen soll. »Einfach etwas kürzer?« lässt kaum ein Hair Artist unkommentiert im Raum stehen. Das ist ja fast so, als würde man Picasso bitten, das gleiche Bild 2x zu malen! Also sitzt man da und nickt irgendwann nur noch genervt bei einem der Vorschläge. Herzlichen Glückwunsch. Das Resultat entspricht exakt der Frisur deiner lesbischen Turnlehrerin aus der 7. Klasse.

Kritikresistent und kreativ

Kritik zu äußern ist eine schlechte Idee. Du wirst zwar 24/7 mit diesem Gebilde rumlaufen müssen, aber das interessiert deine Friseuse nicht. Der einzige Grund deines Besuches ist, ihr Ego zu stärken. Sie, das verkannte Genie, die zwar mit dem Mindestlohn bezahlt wird, aber trotzdem dem kreativen Ruf folgt und der Muse huldigt. So wie Mutter Theresa, nur für Haare halt.

Ich für meinen Teil schaue jetzt mal, was Amazon für Angebote bezüglich Rasierer und Perücken bereithält.

Melanie Messinger

Sie arbeitet in der Technik und muß mit Mitte 30 noch oft den Ausweis vorlegen beim Lotto spielen. Zum Trost schreibt und singt sie gern - von Alt bis Mezzosopran.

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Veröffentlicht von
Melanie Messinger
Schlagwörter: FriseurFrisurenHaare

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