Alle Artikel in: Freizeit

Frei-zeit

Substantiv [die]

die Zeit, die einem außerhalb der Arbeitszeit zur freien Gestaltung verbleibt.
“In seiner Freizeit treibt er Sport.”


Die Freizeit beschreibt all die furchtbaren Dinge, die einem nach der Arbeit widerfahren können. Die Möglichkeiten scheinen hier unbegrenzt, da die Freizeitgestaltung – und somit das Unglück – für jedermann frei wählbar scheint. Selbst in den eigenen vier Wänden ist man nicht sicher.

Beispiele für Themen in dieser Rubrik:

Lebensmüde Hobbies, die nicht euch sondern auch eure Umwelt nachhaltig deprimieren
Kulturelle Ernüchterungen, von denen man sich vorher mehr versprach
Feier- und Gedenktage, die man besser schon im Kalender ignoriert hätte
Wein, Weib und Gesang – oder eher Fressen, Saufen und YouTube
Filme, Bücher, Musiken, die Dich zum Schlechten veränderten

Beitragsbild: Danke Merkel und weitere sinnlose Kommentare

»Danke, Merkel!« und weitere sinnlose Kommentare

Gestern war nicht mein Tag. Nicht nur, dass ich meine Unterbuchse verkehrt herum anzog. Nein, ich stürzte versehentlich die Treppe hinunter, schickte dummerweise einer Ex eine Freundschaftsanfrage und schnitt mich ganz böse am Kopierpapier. Danke, Merkel! Natürlich hätte ich auch die Schuld bei mir selbst suchen können, aber aufgrund meiner blinden Wut musste ratzfatz ein Sündenbock her. Wer eignet sich da besser als unsere Bundeskanzlerin? Sie ist es ja gewohnt; täglich bedanken sich tausende übersehene Aushilfspolitiker bei ihr, ersparen sich und uns zeilenweise Hate-Speech, indem sie uninspiriert »Danke, Merkel« schreiben. Oft frage ich mich, ob ein paar besonders Clevere ihren Lieblingsspruch via Copy-Paste zwischenspeichern, um jederzeit und blitzschnell mitreden zu können.

Beitragsbild: Hilfe! Meine Einkäufe sind mir peinlich

Hilfe! Meine Einkäufe sind mir peinlich

Supermärkte müssen von Satan höchstpersönlich erfunden worden sein. Du könntest den besten Tag ever erleben, zehn Minuten im Konsumtempel genügen und dir wird schlagartig bewusst, warum du sonst ungern vor die Türe gehst. Bei mir kommt neben den üblichen Qualen wie Enge, unfreiwilliger Menschenkontakt und Geldschwund noch ein weiteres Problem hinzu: ich glaube, die Anderen begaffen meine Einkäufe. Schlimmer noch, sie inspizieren jede einzelne Ware im Einkaufswagen und werfen mir verächtliche Blicke zu. Man kann den Fieslingen ihre Vorurteile problemlos von der Mimik ablesen: »Eine Currywurst für die Mikrowelle. Fett UND faul, war ja klar«.

Beitragsbild: Wann kommt der erste DIY Mittelaltermarkt?

Wann kommt der erste DIY Mittelaltermarkt?

Aus Prinzip schiebe ich für jeden absurden Trend Hollywood die Schuld in die Schuhe. Den Fitness-Studio-Wahn haben wir den muskelbepackten Superhelden-Verfilmungen zu verdanken und das Vermenschlichen von Tieren geht auf Disneys Kappe. Demzufolge mache ich die Fantasyreihe »Herr der Ringe« für das Phänomen Mittelaltermarkt verantwortlich. Trendbewusste Trödermärktler und Fressbudenbesitzer hatten seinerzeit den richtigen Riecher und setzten neben angesagten Produkten wie Fleischspieße und Trinkhörner auf Fellkleidung und Rauschebart. Dazu gesellen sich ein klopfender Schmied und eine dudelnde Mittelalterband samt Pauke und Elfenohren. Ein Spaß für die gesamte Familie! Die Kinder müssen nicht bekocht werden, aber streicheln dafür jede Menge Ziegen, während die Erziehungsberechtigten genüsslich eine Gallone Met schlürfen. Skål!

Beitragsbild: Abgespritzt im Word Wide Web

Abgespritzt im Word Wide Web

Jeder kennt das. Man ist unterwegs und plötzlich überwältigt einen das Bedürfnis nach einer leeren Blase. Da es Stunden dauern würde die heimische Toilette aufzusuchen, entschließt man sich ein öffentliches Pendent zu benutzen, ein sogenanntes Scheißhaus. Ganz egal ob bei DM oder MacDonalds, in der Uni, im Büro oder das Dixi-Klo auf einem Festival, eines haben sie alle gemein, sie sind dreckig und man fürchtet eine Infektion, wenn man nur die Griffe der Türen berührt. Und noch etwas kann einem auf jedem Klosett der Welt zustoßen: blöde Sprüche, Schmierereien mit Edding, Telefonnummern, groteske Graffiti und zotige Bilder.

Beitragsbild: Kontaktangst: Warten, bis alle weg sind

Warten, bis alle weg sind

Geht das noch langsamer? Viel länger kann ich meine Luft nicht anhalten. Herr Hiebnagel schwabbt in Zeitlupe die Treppe hinunter, als ob er nie unten ankommen möchte. Als ob er einen unangenehmen Termin beim Finanzamt oder dem Urologen wahrnehmen muss. Ich hingegen presse mein Auge auf meinen Türspion und beobachte seinen Schneckengang. Gib alles, Hiebnagel! Sonst verende ich am seltsamsten Suizid aller Zeiten und komme zusätzlich zur spät zur Arbeit. Natürlich könnte ich auch einfach die Tür aufreißen, Hiebnagel sportlich auf den Treppenstufen überholen, um mich pünktlich in die nächste U-Bahn zu quetschen. Aber aber aber! Das kann ich nicht bringen. Nachher muss ich mit meinem Nachbarn reden.

Beitragsbild: Dinge, die ich nicht verstehe: Alexa

Dinge, die ich nicht verstehe: Alexa

Menschen mag ich nicht. Mag pubertär klingen, aber ich bin kein repräsentativer Enddreißiger, da ich immer noch auf Adventskalender bestehe. Jedenfalls steigerte der fortlaufende Kontakt mit sämtlichen Personen mein Aggressionspotential so stark, dass ich mich nach Alternativen umschaute. Ich entschied mich für Amazon Echo, aka »Alexa«. Dieser Plastikzylinder sollte als Ersatz für meinen zukünftigen sozialen Austausch herhalten, damit ich nie wieder doofe Fragen wie »Kannst du ein Foto von mir machen, während ich diesen Hund streichel?« beantworten muss.

Beitragsbild: Meine ultimative Hass-Liste Teil 2

Meine ultimative Hass-Liste – Teil 2

WARNUNG: Dieser liebreizende Text erschüttert dich bis ins Mark und verletzt mit großer Wahrscheinlichkeit deine Gefühle. Für den Fall, dass Du Dich aufgrund der folgenden Zeilen erneut verhohnepipelt, für dumm verkauft oder gar durchschaut fühlst, solltest Du für die volle Dröhnung nicht Teil 1 meiner ultimativen Hass-Liste verpassen – du Bengel.

Beitragsbild: Sorry, aber ich hatte eine schwere Kindheit

Sorry, aber ich hatte eine schwere Kindheit

Ich kann nichts dafür. Ehrlich. Es liegt gewiss an meiner schweren Kindheit und wahrscheinlich auch am Wetter. Schließlich bin ich am Ende auch nur ein Opfer der miserablen Umstände. Kein normal denkender Mensch wäre so dreist, mir Vorwürfe zu machen. Das wäre schlichtweg unverschämt oder sogar bösartig. Aber fangen wir vorne an. Ich wurde Ende der 70er geboren und konnte mich nicht gegen diese furchtbaren Geschmacklosigkeiten wehren. Sie waren einfach da, wahrscheinlich sogar lange vor meiner Geburt. Tapeten, Klamotten und vor allem meine Eltern. All diese Faktoren erschwerten es mir, meinen Weg zu finden. Wie soll man sich auch als Dreijähriger entfalten, wenn man bereits vor der ZDF-Hitparade ins Bett muss?

Beitragsbild: Beef mit Petrus

Beef mit Petrus

Anfang März. Ich zerrte schlaftrunken an meiner Jalousie und schmeckte eine lange Nacht auf meiner Zunge. Frische Luft ist gut für einen zugestaubten Kopf, drum atmete ich tief ein. Herrlich. Doch meine trüben Augen hätte ich besser nicht geöffnet. Schnee. Überall Schnee! Bin ich gestern Abend falsch abgebogen und in Kärnten gelandet, oder was? Auch ein heftiges Augenreiben sowie Kneifen an empfindlichsten Stellen ließ die weißgraue Pampe nicht verschwinden. Nicht mal eine Gallone Kaffee half in meiner Not. Was blieb mir also sonst anderes übrig, als zu schimpfen? Ja, leck mich fett du verschissener Schnee! Knallfrosch, Dünnbrettbohrer, Hobbynutte! Alle meine Hemmungen sollten fallen, solange sich der Schnee schnellstens vom Acker macht. Tat er natürlich nicht, drum stapfte ich wenig später schimpfend meinen Sonntagsbrötchen entgegen. Und während sich das kalte Nass langsam aber überwältigend in mein Schuhwerk fraß, keifte ich »Arschlochschnee, du!«

Beitragsbild: 5 Dinge, die du dank Netflix verlernt hast

5 Dinge, die du dank Netflix verlernt hast

Vor kurzem gewann meine Neugier und ich startete einen Test-Monat Netflix. Es dauerte nicht lange, bis meine Wohnung zumüllte und die Nachbarn die Polizei riefen – es roch seltsam im Hausflur. Ohne es großartig zu bemerken war ich in den Fängen des Streaming-Anbieters gefangen und versackte hemmungslos vor dem Bildschirm. Stranger Things, Black Mirror und wie sie alle heißen mussten so schnell wie möglich durchgeglotzt werden. Meine Freundin steckte mich in eine Selbsthilfegruppe: anonyme Netflixer. Im Stuhlkreis konnten wir uns all die Widerlichkeiten beichten, die wir in Kauf nahmen. Mangelnde Hygiene, Insomnia und eine Plastikflasche voller Urin. Alles nur, damit wir nicht auf die nächste Folge verzichten mussten. Dabei war dem nicht immer so. Früher, als noch das normale Fernsehen über unsere Abendgestaltung herrschte, erschien alles etwas gesitteter. Die folgenden Punkte erinnern an die gute alte Zeit des Standby-Buttons.