Freizeit

9. Juni: Zur Not auch unter freiem Himmel

Der 9. Juni ist ein Feiertag, an dem es heiß her geht.

Das Vorgeplänkel

Direkt beim ersten Date geht es los. Man plaudert etwas über Job und Hobbies, entdeckt Gemeinsamkeiten.  Es wird Eis bestellt, schließlich ist fast Sommer. Beide geben sich durch Gesten und Blicke zu verstehen, dass sie sich gegenseitig attraktiv finden (er macht dumme Witze, sie kichert und sieht zur Seite). Man will so viel wie möglich über den anderen herausfinden um den Augenblick voll und ganz auszukosten. Irgendwann fragt Sie: »Wo kommst du eigentlich her?« Darauf er: »Das weiß ich nicht so genau.«
Peinliches Schweigen.

Typen, die nicht mal ihren eigenen Geburtsort wissen, scheinen nicht besonders helle zu sein. Das mögen Frauen nicht.

Stellungswechsel

So oder so ähnlich erging es auch einem Kerl, der vielleicht in Irland geboren wurde. Da er keinen Erfolg bei dem weiblichen Geschlecht hatte, beschloss er ein Kloster zu gründen und wurde später als Aidan von Lindisfarne bekannt. Auch unter dem Namen Apostel von Northumbria erwähnen die Geschichtsbücher ihn. Des Weiteren erwähnen die Geschichtsbücher den dreißigjährigen Krieg, die Pest, die Entdeckung des G-Punktes durch Ernst Gräfenberg und eine Horde gieriger und frauenverschleißender Raufbolde, die man als Wikinger bezeichnet. Diese Wikinger plünderten Lindisfarne mehrere Male, töteten die Bewohner, raubten goldene Bucheinbände und benutzen den Brunnen als Toilette. Die Gebeine des bereits verstorben Klostergründers wurden von seinen Getreuen teilweise nach Schottland in Sicherheit gebracht.

Bis es passt

Aidan von Lindisfarne wird heute von vielen religiösen Menschen verehrt. Die katholische Kirche tut dies am 31. August. Die russisch-orthodoxe Kirche huldigt ihm am 31. August. Sogar die anglikanische Kirche akzeptiert den 31. August.

Nur die Evangelisch-Lutherische Kirche von Amerika hat sich den 9. Juni auserkoren, um Aidan die Ehre zu erweisen, die ihm zusteht.  Warum sollten die es schließlich genauso machen, wie alle anderen? Zwischen dem  Welt-Hirntumor-Tag am 8. Juni und dem portugiesischen Nationalfeiertag am 10. Juni prägt sich der Termin doch viel besser ein.

photo: St. Aidan by Randy OHCCC 2.0

Benjamin Baeder

Benjamin Bäder ist dem Chaos nicht gänzlich abgeneigt, doch hofft er auch stets auf die autopoietische Selbstorganisation von Kommunikationssystemen, die dann eigenständig entscheiden können ob sie befremdlich, humorvoll oder was auch immer sein möchten.

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Veröffentlicht von
Benjamin Baeder

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