Nur eine Frage der Zeit, bis sie eine Verwendung für die Schnauze finden
Abgesehen von kalten Wintertagen gibt es kaum ein Wochenende ohne Mittelaltermarkt. Doch sind Trinkhörner, Tierfelle und sonstigen Lieblingsartikel der LARP-Freunde schon längst Mainstream und somit irgendwie fade? Ein frisches Konzept wäre der DIY-Mittelaltermarkt.
Aus Prinzip schiebe ich für jeden absurden Trend Hollywood die Schuld in die Schuhe. Den Fitness-Studio-Wahn haben wir den muskelbepackten Superhelden-Verfilmungen zu verdanken und das Vermenschlichen von Tieren geht auf Disneys Kappe. Demzufolge mache ich die Fantasyreihe »Herr der Ringe« für das Phänomen Mittelaltermarkt verantwortlich. Trendbewusste Trödermärktler und Fressbudenbesitzer hatten seinerzeit den richtigen Riecher und setzten neben angesagten Produkten wie Fleischspieße und Trinkhörner auf Fellkleidung und Rauschebart. Dazu gesellen sich ein klopfender Schmied und eine dudelnde Mittelalterband samt Pauke und Elfenohren. Ein Spaß für die gesamte Familie! Die Kinder müssen nicht bekocht werden, aber streicheln dafür jede Menge Ziegen, während die Erziehungsberechtigten genüsslich eine Gallone Met schlürfen. Skål!
Mittlerweile findet zwischen April und November an nahezu jedem Wochenende ein solcher Mittelaltermarkt statt. Meist in eher dörflicheren Gegenden, weil das Mittelerde-Feeling in Frankfurt am Main nicht so gut rüber kommt. Dafür braucht man eine Burg oder wenigstens eine alte Mauer, damit es wenig ein bisschen authentisch wirkt. Bislang habe ich schon viele dieser Märkte besucht und muss leider eine gewisse Eintönigkeit feststellen, die sich seit geraumer Zeit bemerkbar macht. Vielleicht liegt es an der Ablöse durch Star Wars, sodass der Fantasyhype etwas schwächelt. Zwar ist die Fangemeinde immer noch gigantisch, aber einen Fortschritt oder neue Ideen werden von mir schmerzlich vermisst. Da hilft es auch nicht, wenn Met neuerdings mit Chili oder vegan angeboten wird.
Aus diesem Grund kam ich auf revolutionäre Idee ein vollkommen neues Konzept für zukünftige Mittelaltermärkte vorzuschlagen. Man sollte einen Do-It-Yourself (DIY) Mittelaltermarkt veranstalten, ganz im Sinne der gegenwärtig romantisierten Handwerkskunst. Zu diesem Zweck wird statt fertiger Produkte schlicht und einfach eine Kuh vor jeder Bude bereitgestellt. Daraus kann die gesamte Familie all den Klamotten und Nahrungsmittel gewinnen, die sie sonst für die eine oder andere müde Mark den Händlern abgekauft hätten. Das gemeinschaftliche Erlebnis steht dabei im Vordergrund: Papi schlachtet für ein paar Spieße, Mutti näht ein paar Ledergürtel und die Jüngsten erfreuen sich am selbst ausgehöhltem Trinkhorn. »Echter« geht kaum. Natürlich könnte man zusätzlich ein paar Schafe und Bienen anbieten, damit nach dem arbeitsreichen Sonntag der süße Gaumenschmaus auf einem weichen Fell genossen werden kann. Kaum Plastikmüll und hysterische Tierschützer werden mit selbstgeschmiedeten Waffen niedergestreckt. Denn ihr wisst ja: Winter is coming.
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