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Demotivation nach Nietzsche

Manchmal fehlen einem die Worte, um das Ausmaß an Unglück zu beschreiben. Zum Glück gab es Friedrich Nietzsche, der sich mit der Thematik auseinander gesetzt hat und zu Papier brachte.

Recherchen über Nietzsche bringen Kurioses zu Tage: Die Damenwelt fürchtete sich angeblich vor seinem Schnäuzer. Was heute in Berlin neben einer Rahmenbrille zum typischen Outfits einen Hipsters gehört, war damals alles andere als sexy. Sicherlich auch von Vorteil, da der Philosoph angeblich mit Syphilis infiziert war.
Nietzsche war ein Verächter von Moral, Christentum und Alkohol. Damit eignet sich seine Thesen nur bedingt zur Demotivation, da Alkohol oft die Grundlage ins Unglück ist. Dennoch finden sich in seinen Schriften einige Zeilen, die sich wunderbar für ein seelisches Dauertief eignen.

»Es gibt keine Fakten, nur Interpretationen«

Nietzsche verwirrt total. Er behauptet, dass es keinerlei festgelegte Wahrheiten (Fakten) gibt, sondern einfach nur Wischi-Waschi-Meinungen, die sich auf eigene Interpretationen berufen. Kann eine Weltsicht noch furchtbarer werden? Eine gottlose Anhäufung von Egoisten und Narzissten, die immer auf ihre eigene Meinung bestehen? Eindeutig die Blaupause einer Dystopie.
Dekaden später tauchten Varianten dieses Zitats in diversen Medien wieder auf, wie z.B. den Coen-Film »The Big Lebowski«.

»Die Zukunft beeinflusst die Gegenwart genauso wie die Vergangenheit«

Es gibt keinen Ausweg. Blickt man zurück, denkt an die Tage zurück, an denen man noch seine Geschwister zum Alkoholkauf schicken musste. Blick man nach vorne, bleibt nur noch das Alter, Wartezimmer und der Tod. Nietzsche ist sich dessen bewusst und straft den typischen »Lebe im Hier und Jetzt« Optimisten ab. Gott ist tot – und Du bald auch.

»Wir leben in einem System, in dem man entweder Rad sein muß oder unter die Räder gerät«

Unser Alltag wird bestimmt durch Macher. Nicht durch Denker. Nietzsche stellt somit nicht nur die uns bekannte Welt in Frage, sondern auch sein eigenes Schaffen.  Er geht sogar noch einen Schritt weiter und fordert dazu auf, nicht zur Passivität zu neigen. Nur in der Aktion liegt die Lösung. Doch gerade diese Forderung scheint eine maßlose Überforderung zu sein, da wir Normalsterbliche viel zu sehr durch Medien und Shopping abgelenkt sind. Somit geben wir in der Regel unsere Schicksale in die Hände anderer. Politiker, Halbgötter in Weiß und Psychologen.
Sollte das alles immer noch nicht ausreichen, kann man sich immer noch einen Schnäuzer wachsen lassen.

Oliver Peters

Notorischer Schwarzmaler und Weltmeister im »Böse gucken«. Geboren am Niederrhein, verdorben durch den Rest der Welt. Mag Pandas, verabscheut Pendeln. Kontakt: Facebook, Twitter oder Email.

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Veröffentlicht von
Oliver Peters
Schlagwörter: DemotivationPhilosophie

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