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11 Tipps für Helikoptereltern Und solche, die es werden wollen

Oft hört man in den Medien von sogenannten Helikoptereltern. Das sind Eltern, bei denen sich alles um die Kinder dreht. Wie man es anstellt Kinder für alles als Ausrede zu benutzen, um sich selbst in den Mittelpunkt zu drängen erfahren wir heute in diesem Praxisratgeber.

 

Helicoptereltern werden leicht gemacht

  1. Nimm immer einen Zollstock oder ein Maßband mit. Damit kann die Höhe der Fensterbänke, Treppenstufen, der Sicherheitsabstand zum Nachbargrundstück, die Erreichbarkeit der Herdschalter etc. nachgemessen werden, ganz egal wo man hingeht. Diese Maße können dann mit den Worten „Das ist aber nicht sicher für Kinder“ oder „Hier werde ich mit Justin nicht zum Spielen herkommen“ kommentiert werden.
  2. Markiere vermeintlich unsichere Stellen mit Edding oder Flatterband, ganz so als ob es sich um eine unfertige Baustelle handeln würde. Sieh die Leute die dich beobachten dabei vorwurfsvoll an, als ob sie an den Missständen Schuld seien.
  3. Lerne die StVO auswendig oder zumindest einige Floskeln daraus, die du bei jeder sich bietenden Gelegenheit zitierst. Weise immer wieder darauf hin wie gefährlich der Straßenverkehr für Kinder ist.
  4. Besuche verschiedene Schwangerschaftsvorbereitungskurse. Regelmäßig. Wenn du etwas Erfahrung damit hast, weise die Leitung darauf hin, was sie alles nicht so gelungen präsentiert hat, wie es in anderen Kursen üblich ist.
  5. Richte Kinderzimmer ein, am besten einige Jahre bevor sie nötig sind. Zeige sie allen die zu Besuch kommen.
  6. Abonniere möglichst viele Elternzeitschriften. Schreibe Leserbriefe mit Verbesserungsvorschlägen.
  7. Richte Facebookseiten für deine Kinder ein, auch wenn diese noch nicht geboren sind. (Wie das geht gehört mittlerweile schon zur Allgemeinbildung)
  8. Fotografiere scharfkantige Gebäude oder fest installierte Geräte die öffentlich zugänglich sind, die dich beunruhigen und eine Gefahrenquelle für Kinder darstellen könnten. Informiere umgehend das Ordnungsamt darüber. (Vordrucke gibt es hier)
  9. Besuche verschiedene Schulen, Kindergärten und Vereine bei denen Kinder Mitglied werden können, wenn diese einen Tag der offenen Tür anbieten. Äußere dich herablassend über deren Infrastruktur, Angebote und das zugrunde liegende pädagogische Konzept.
  10. Äußere dich in aller Öffentlichkeit, dass mehr für Kinder und Familien getan werden müsste. Verfasse eine Petition dazu, die du an alle Bekannten und Verwandten verschickst.
  11. Sammle Adressen von Jugendämtern, Kinderärzten und anderen Einrichtungen. Melde dich dort regelmäßig und stelle so viele Fragen wie möglich.

Fazit

Wenn du alles richtig gemacht hast, wirst du bald von allen Leuten gemieden, die gegen Kinder sind. Richtig so. Strafe sie mit Verachtung und konzentriere dich stattdessen auf deine Kinder oder den Wunsch demnächst Kinder zu bekommen!


Letzte Bearbeitung war am 28.06.2018
Kategorie: Miteinander

von

Benjamin Bäder ist dem Chaos nicht gänzlich abgeneigt, doch hofft er auch stets auf die autopoietische Selbstorganisation von Kommunikationssystemen, die dann eigenständig entscheiden können ob sie befremdlich, humorvoll oder was auch immer sein möchten.

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