Alle Artikel mit dem Schlagwort: Soziale Medien

Beitragsbild: Ein Bildschirm ist auch nur ein Spiegel

Ein Bildschirm ist auch nur ein Spiegel Wie innere Monologe zu mehr Empörung, Intoleranz und Zorn führen können

Manchmal verängstige ich mich selbst. Besonders, wenn ich wütend Gegenstände anschreie oder mit irrem Blick drohe, dass es »gleich 13« schlägt. In solchen Momenten führe ich Selbstgespräche. Jene Monologe, die mich zeitweise in eine hochgefährliche XXL-Fassung eines tasmanischen Teufels verwandeln. Brüllkabarettist Gernot Hassknecht ist dagegen so harmlos wie Welpe; seine Wut steht in keiner Konkurrenz zu meiner brodelnden Weißglut. Erst neulich gab es meinerseits erneut einen Ausraster. Der Grund? Zwei Worte: Deutsche Bahn. Dummerweise fiel erwartungsgemäß mein Zug aus, was verständlicherweise für reichlich Frust und knirschende Zähne sorgte.

Beitragsbild: so-wirkt-dein-leben-auf-instagram-geiler-als-es-eigentlich-ist

So wirkt dein Leben auf Instagram geiler, als es eigentlich ist

Kein Wunder, dass du wenig Bock auf meinen Blog »Miesepeters« hast. Ging mir auch so! All diese negative Scheiße, davon habe ich wahrlich genug in meinem Alltag, wozu also noch eine Extraportion? Dann lieber ein aufregendes und geil aussehendes Dasein auf Instagram! Jene Plattform, auf der sich die Reichen und Schönen tummeln. Wo man seinen Alltag am Strand verbringt, mit Selfies die Kasse füllt und nervtötende Begrifflichkeiten wie »Flurwoche«, »Steuererklärung« und »Vorsorgeuntersuchung« hinter sich gelassen hat. Böse Zungen behaupten, dass ausschließlich Egomanen auf Instagram unterwegs sind, die ihr Lächeln und ihre Körper für absurde Marken hergeben – nach dem Motto »Ich bin Influencer und habe einen Podcast über Zewa Wisch und Weg«.

Beitragsbild: Danke Merkel und weitere sinnlose Kommentare

»Danke, Merkel!« und weitere sinnlose Kommentare

Gestern war nicht mein Tag. Nicht nur, dass ich meine Unterbuchse verkehrt herum anzog. Nein, ich stürzte versehentlich die Treppe hinunter, schickte dummerweise einer Ex eine Freundschaftsanfrage und schnitt mich ganz böse am Kopierpapier. Danke, Merkel! Natürlich hätte ich auch die Schuld bei mir selbst suchen können, aber aufgrund meiner blinden Wut musste ratzfatz ein Sündenbock her. Wer eignet sich da besser als unsere Bundeskanzlerin? Sie ist es ja gewohnt; täglich bedanken sich tausende übersehene Aushilfspolitiker bei ihr, ersparen sich und uns zeilenweise Hate-Speech, indem sie uninspiriert »Danke, Merkel« schreiben. Oft frage ich mich, ob ein paar besonders Clevere ihren Lieblingsspruch via Copy-Paste zwischenspeichern, um jederzeit und blitzschnell mitreden zu können.

Beitragsbild: Teste deine Empörung

Teste deine Empörung

Aufkommende Empörung lässt sich wunderbar nutzen, um sich selbst ins rechte Licht zu rücken. Außenstehende kreiden mit Getöse offensichtliche Fehler an und sichern sich somit ihren Platz auf der imaginären Liste der coolen Leute. Früher nannte man solche Besserwisser schlicht und einfach Klugscheißer oder Korinthenkacker, aber die Zeiten sind vorbei. Politische Korrektheit ist ein Muss und jede Person, die sich nicht an die ungeschriebenen Spielregeln hält, muss mit der vollen Ladung Empörung rechnen.

Beitragsbild: Twitter verstehe ich nicht

Twitter? Verstehe ich nicht

Man kann der Meinungsschleuder Twitter ja vorwerfen, was man möchte. Aber schnell ist es auf alle Fälle. So schnell, dass ich nicht mehr mitkomme. Genau genommen ließ es mich bereits beim Start 2006 elendig in den Startlöchern verrecken. Ist mir aber recht. Soll der sogenannte Micro-Blogging-Dienst sich ruhig abstrampeln, ehe er voll Karacho an einer Wand zerschellt.

Beitragsbild: Probleme, die du vor 20 Jahren nicht hattest

Probleme, die du vor 20 Jahren noch nicht hattest

Nicht ohne mein Handy. So könnte man unseren derzeitigen Alltag beschreiben. Immer online, immer in Kontakt und jede Mahlzeit muss vorab fotografiert werden. Wer sehnt sich da nicht zurück? Zu den unkomplizierten Tagen unserer Jugend. Nur eine handvoll Fernsehprogramme, echte Bücher und Menschen, die man vorzugsweise offline traf. Das Neuland bescherte uns lauter unverzichtbare Geräte mit kleinem »i« im Namen, welche unsere Verhaltensweise im Alltag neu ordnete.

Beitragsbild: Wie man Spoiler vermeidet

Wie man Spoiler vermeidet Game of Spoilers: Wenn das Internet Dir Deine Serien ruiniert

Endlich Winter! Die Fans freuen sich über den Start der siebten Staffel von Game of Thrones und sind ab sofort offline. Anders kann man die Spoiler kaum umgehen, da jeder Vollidiot und jedes Online-Portal Unfug wie »OMG! ED SHEERAN!« verbreitet. Seit dem zweiten Frühling der US-Serien haben wir das Problem, dass wir zu viele Informationen über zukünftige Episoden erhalten. Damals, als Klassiker wie MacGyver, das A-Team und Airwolf das Maß aller Dinge waren, waren wir ohne Weiteres bereit, eine ganze Woche auf die nächste Folge zu warten. Die Schurken von Netflix, HBO und Co. haben das Suchtpotential von uns Serienjunkies erkannt und produzierten fortan nur noch Shows mit sogenannten »Cliffhangern«.

Beitragsbild: Essen ist das neue Wetter

Essen ist das neue Wetter Über Foodporn, Kochshows und andere Sattmacher

Früher war alles besser, denn damals quakte ich mit der netten Omi von nebenan über das Wetter. Ich versuchte möglichst unauffällig leere Weinflaschen im Hausmüll zu entsorgen und debattierte dabei über aufziehende Kaltfronten und endzeitliche Temperaturen, die uns vom Wetterfrosch angedroht wurden. Und heute? Wir berichten uns gegenseitig, was wir am Vorabend kochten und zeigen Instagram-Accounts, deren Rezeptvorschläge wir am Wochenende ausprobieren wollen.