Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kommunikation

Beitragsbild: Ein Bildschirm ist auch nur ein Spiegel

Ein Bildschirm ist auch nur ein Spiegel Wie innere Monologe zu mehr Empörung, Intoleranz und Zorn führen können

Manchmal verängstige ich mich selbst. Besonders, wenn ich wütend Gegenstände anschreie oder mit irrem Blick drohe, dass es »gleich 13« schlägt. In solchen Momenten führe ich Selbstgespräche. Jene Monologe, die mich zeitweise in eine hochgefährliche XXL-Fassung eines tasmanischen Teufels verwandeln. Brüllkabarettist Gernot Hassknecht ist dagegen so harmlos wie Welpe; seine Wut steht in keiner Konkurrenz zu meiner brodelnden Weißglut. Erst neulich gab es meinerseits erneut einen Ausraster. Der Grund? Zwei Worte: Deutsche Bahn. Dummerweise fiel erwartungsgemäß mein Zug aus, was verständlicherweise für reichlich Frust und knirschende Zähne sorgte.

Beitragsbild: Beef mit Petrus

Beef mit Petrus

Anfang März. Ich zerrte schlaftrunken an meiner Jalousie und schmeckte eine lange Nacht auf meiner Zunge. Frische Luft ist gut für einen zugestaubten Kopf, drum atmete ich tief ein. Herrlich. Doch meine trüben Augen hätte ich besser nicht geöffnet. Schnee. Überall Schnee! Bin ich gestern Abend falsch abgebogen und in Kärnten gelandet, oder was? Auch ein heftiges Augenreiben sowie Kneifen an empfindlichsten Stellen ließ die weißgraue Pampe nicht verschwinden. Nicht mal eine Gallone Kaffee half in meiner Not. Was blieb mir also sonst anderes übrig, als zu schimpfen? Ja, leck mich fett du verschissener Schnee! Knallfrosch, Dünnbrettbohrer, Hobbynutte! Alle meine Hemmungen sollten fallen, solange sich der Schnee schnellstens vom Acker macht. Tat er natürlich nicht, drum stapfte ich wenig später schimpfend meinen Sonntagsbrötchen entgegen. Und während sich das kalte Nass langsam aber überwältigend in mein Schuhwerk fraß, keifte ich »Arschlochschnee, du!«

Beitragsbild: Sprich oder stirb - Warum ich Telefonate hasse

Sprich oder stirb – Warum ich Telefonate hasse

Denke ich ans Telefonieren, so kommt mir direkt der Titel eines Hitchcock-Film in den Sinn: »Bei Anruf Mord«. Ans Telefon zu gehen ist für mich mit Qualen verbunden. Erst recht, wenn ich die angezeigte Nummer nicht zuordnen kann. Spontan fallen mir viele Gründe dafür ein, doch möchte ich behaupten, dass nur besonders fiese Halunken hemmungslos anrufen. Schließlich werde schlechte Nachrichten nahezu ausschließlich telefonisch mitgeteilt.

Beitragsbild: Wie begrüßt man sich ohne Blamage?

Wie begrüßt man sich ohne Blamage?

Wer kennt das nicht? Man ist zu einer Feier eingeladen, auf der man höchstens den Gastgeber kennt und muss unendlich viele Hände schütteln. Oder ist das schon der verkehrte Ansatz? Sollte man lieber direkt saftige Bussis verteilen oder wenigstens lässig die Ghetto-Faust hinhalten? Begrüßungsrituale sind ein empfindliches Thema, der erste Eindruck muss sitzen. Aufgrund unterschiedlicher Benimmregeln, die unter anderem vom Alter, Kulturkreis oder Vertrautheit abhängig sind, scheint die Verwirrung groß. Umso wichtiger ist es, sich eine kleine Strategie zurechtzulegen, damit niemand hinter vorgehaltener Hand tuschelt, wie seltsam du bist.

Beitragsbild: »Oberaffengeil« und andere vergessene Jugendwörter

»Oberaffengeil« und andere vergessene Jugendwörter

Was ist das für 1 Life? Erst fernschimmelt man sich emojionslos wie ein Teilzeittarzan durchs Leben, nur um tinderjährig beim Napflixen zu fermentieren – frei nach dem Motto » I bims. Der unlügbare unflye Bruh«. Kein Wort verstanden? Nicht schlimm, ich brauchte etwas Nachhilfe beim Verstehen der diesjährigen Jugendwörter 2017. Könnte ein Indiz dafür sein, dass ich langsam in die Midlife-Crisis reinschlitter und anfange, ausschließlich beige Klamotten zu tragen. Dabei fühle ich mich noch gar nicht so alt und könnte schwören, dass meine ganz persönlichen Jugendwörter selbst auf dem Schulhof weiterhin noch »voll knorke« sind.

Beitragsbild: Das richtige Timing beim Texten

Das richtige Timing beim Texten

Sie antwortet nicht? Er antwortet zu spät oder schreibt nur begriffsstutzig »Ok«? Dann stimmt irgendwas mit deiner Taktik beim Flirten nicht. Zum Glück liegt es meistens nur am schlechten Timing, wenn sich beim Texten nichts rührt. Um den richtigen zeitlichen Abstand zwischen den ausgetauschten Nachrichten zu bestimmen bedarf es keiner Wissenschaft, jedoch solltest du ein paar Rahmenbedingungen im Auge behalten.

Beitragsbild: Werde der beliebteste Mitarbeiter dank Spiegeltechnik

Spiegel deinen Nächsten Werde der beliebteste Mitarbeiter dank Spiegeltechnik

Herr Zitzel hört gespannt zu, als Kollege Burbach von seinem gestrigen Abend berichtet. Burbach hatte es sich daheim gemütlich gemacht, indem er sich eine Pizza Calzone gönnte und dabei sämtliche Katy Perry Videos ansah. Am Höhepunkt seiner Schilderung vollführt er gar einige Tanzschritte, die er begeistert mit »Schwisch Schwisch!« kommentiert. Herr Zitzel zögert nicht lange und äfft die recht eigensinnige Burbach’sche Choreographie nach. Alles richtig gemacht, Zitzel! Was im ersten Moment wie ein selbst verschuldeter Rufmord erscheint, ist auf dem zweiten Blick der erste Schritt zur Beförderung. Er nutzte den sogenannten Chamäleon-Effekt, auch bekannt als Spiegeltechnik. So werden Imitationshandlungen genannt, in denen man beispielsweise Kollegen spiegelt, um Sympathien aufzubauen.

Beitragsbild: Dinge, die ich nicht verstehe: WhatsApp-Gruppen

Dinge, die ich nicht verstehe: WhatsApp-Gruppen

Sophie hat die Gruppe »Drei Todesfälle und eine Hochzeit« eröffnet. Sie kam auf die glänzende Idee all ihre Kontakte zwecks anstehender Hochzeitsvorbereitungen ihrer besten Freundin in eine WhatsApp-Gruppe einzuladen. Natürlich ohne zuvor nachzufragen, ob denn alle möglichen Teilnehmer damit einverstanden wären. Es dauert nicht lange, bis die ersten unfreiwilligen Gruppenmitglieder ihre Verwunderung äußern.

Beitragsbild: Wie redet man mit Kindern?

Wie redet man mit Kindern?

Fühlst du dich auch unbehaglich, wenn kleine Menschen in deiner Nähe sind? Mit diesem Problem bist du nicht allein; mindestens zwei Personen aus meinem Bekanntenkreis haben ebenfalls keinen Schimmer, wie man mit Kindern reden soll. Die Dunkelziffer ist gewiss noch höher. Eine in dem Fall typische Reaktion wäre ein Achselzucken oder so zu tun, als ob man das Gezeter nicht bemerken würde. Selbst wenn einen die stolzen Mütter ins Gewissen reden (»Die Ohren hat er von dir«) fixiert man geistesabwesend einen Fettfleck an der Wand und wartet, bis es vorbei ist.

Beitragsbild: Smalltalk lernen - Darf ich hier stehen?

Darf ich hier stehen? Lerne Smalltalk ohne negative Folgen wie Hausverbot und Ohrfeigen

Ich gestehe: Smalltalk will mir nicht gelingen. Umzingelt von Menschen fürchte ich aber weniger den Moment, in dem ich angesprochen werde. Viel unbehaglicher ist für mich die Situation, in der ich mich genötigt fühle, ein Gespräch zu beginnen. Nur weil man zufällig am selben Buffet rumgammelt oder in der gleichen Warteschlange auf ein Getränk wartet. Was will man da schon Kluges sagen? »Ganz schön lang hier« oder was? Noch schwieriger gestaltet sich ein Ansprechen, sofern Hintergedanken im Spiel sind. Ein Flirt, welche mit »Darf ich hier stehen?« beginnt, ist zum Scheitern verurteilt.