Autor: Oliver Peters

Beitragsbild: Empathie ist ungesund

Empathie ist ungesund

Eigentlich sollte dieser Beitrag ja mit »Vergiss Empathie! Du wirst trotzdem einsam am Krankenbett gefesselt vor die Hunde gehen!« übertitelt werden. Doch hat ein schlichter Hinweis auf die Schädlichkeit der Empathie im Allgemeinen eine vergleichbare Aussagekraft. Es soll um unverbesserliche Menschenfreunde gehen – sogenannte Philanthropen – die nicht nur an den Weihnachtsmann glauben, sondern auch an das Gute im Menschen. Dank der Geheimwaffe Empathie gelingt es ihnen ohne Weiteres, dem Gegenüber Interesse oder gar Verständnis vorzugaukeln. Dieser selbstlose Einsatz bleibt für die Gesundheit nicht ganz ohne Folgen.

Beitragsbild: Auch beim nächsten Todesfall eines Prominenten geht es nur um Dich

Auch beim nächsten Todesfall eines Prominenten geht es nur um Dich

Dieses Jahr ist noch nicht einmal zur Hälfte rum und schon haben wir einiges Todesfälle bekannter Persönlichkeiten zu verbuchen. Guido Westerwelle, Merle Haggard, David Bowie, Prince, Hans-Dietrich Genscher, Roger Cicero, Peter Lustig, Umberto Eco und noch mehr. Die perfekte Gelegenheit, sich selbst ins Rahmenlicht zu rücken. Zum Beispiel kann ein Konzerterlebnis Ende der 90er, als der damals noch quicklebendige Star bejubelt wurde, endlich in einem vollkommen neuen Schein zum Besten gegeben werden. Bisher war es nur eins von vielen Konzerten, doch dank des Ablebens gewinnt die Erfahrung eine neue Qualität und man kann sich selbst in den Mittelpunkt drängen. Damit wäre es geschafft: von der Tragödie des Todes abzulenken, damit es sich endlich um die eigene Person dreht.

Beitragsbild: Warum ich Smalltalk hasse

Warum ich Smalltalk hasse

Wir alle kennen diesen unmögliche Moment. Man steckt mit einer Person in einer Situation, aus der man nicht ohne weiteres flüchten kann und wird zum Gespräch genötigt, dem sogenannten Smalltalk. Dabei ist es völlig irrelevant, ob man nervös mit dem Augenlid zuckt oder krampfhaft auf das Smartphone-Display starrt. Ein Entkommen scheint schier unmöglich. Wie geht es Dir? Was macht der Job? Die Liebe? Ist das nicht ein Sauwetter? Bald ist Weihnachten. Außerdem habe ich seit drei Tagen Durchfall. Lauter Dinge, die man nie erfahren oder besprechen wollte, nur um eine spontan aufkommende Langeweile zu überbrücken. Furchtbar! Reine Zeitverschwendung und mit der unangenehmen Nebenwirkung, dass man das Gesagte unter Umständen nicht so schnell vergisst. Schnell findet man sich in einer Situation wieder, in der das Gehörte verarbeitet werden muss. So kam es nicht selten vor, dass ich mich sagen hörte: »Hast Du gehört? Dings hat schon wieder Durchfall«.

Beitragsbild: Der Knigge für den angehenden Frauenfeind

Der Knigge für den an­ge­hen­den Frauenfeind

Liebe Frauen, an dieser Stelle solltet ihr nicht weiterlesen. Der vorliegende Benimmratgeber ist für Frauenfeinde bestimmt und solche, die es werden wollen. Sprich Männer, die mit Schlagwörtern wie »Gleichberechtigung« und »Frauenparkplatz« nichts anfangen können. Warum ein Knigge? Wir Kerle haben es beileibe nicht einfach; nicht nur werden wir derzeit von einer Frau regiert, sondern müssen uns auch noch wegen Ausnahmezuständen wie Männerschnupfen verspotten lassen. Nun kommt auch noch dieser Frauenversteher Heiko Maas daher und fordert, dass sexistische Werbung verboten gehört. Also keine Hausfrauen mehr, die beim Staunen über den Ganzkörper-Dildo »Meister Propper« den Mund kaum noch zu bekommen. Ich bin gespannt, wie die prüde Politik das wolllüstig gelutschte Magnum-Eis zensieren wollen.

Beitragsbild: Der Tag, an dem Satire in Deutschland verboten wurde

Der Tag, an dem Satire in Deutschland verboten wurde

Es war ein trister Montag in einem Bürogebäude jenseits von Herne. Der Kaffeeautomat streikte, Windows nervte mit einem Update und es lag sogar Arbeit auf dem Tisch. Kollege Heuer kam eine Stunde früher, weil er über das Wochenende kaum Ruhe fand. Er installierte Freitag einen obszönen Bildschirmschoner auf dem Rechner von Kollege Schmettler. Fand Heuer unglaublich lustig, wenn lauter Pimmel über den Monitor huschen, während Schmettler mal wieder mit offenen Augen vorm PC einpennt. Vor einer Woche wäre das alles kein Thema gewesen. Doch ab heute ist Satire in Deutschland verboten.

Beitragsbild: Sieh es ein - Du bist ein Stalker

Sieh es ein – Du bist ein Stalker

Heute schon den Ex gestalkt? Es ist gar nicht so ungewöhnlich. Laut einer Studie, deren Herkunft ich just vergaß, wird ein Großteil sonst unauffälliger Personen zu Stalkern, um herausfinden, was der/die Ex so treibt. Brennende Fragen wie »Gibt es ein Leben nach mir?« und Missgunst im Stil von »Ganz schön fett geworden« sind da keine Seltenheit. Alarmierend ist auch, dass die gleiche Studie besagt, dass Stalker mehr zum Alkoholismus und Netflix-Marathon neigen, anstatt sich endlich bei Tinder anzumelden. Solche Personen halten nichts von Floskeln wie »Aus den Augen, aus dem Sinn« und quälen sich gerne mit Urlaubsfotos und ekelhaften Pärchen-Selfies – mit dem neuen Partner.

Beitragsbild: Bitte liebt Deutschland

Bitte liebt Deutschland

Schlingensief, Du fehlst. Was würdest Du anhand der politischen Ereignisse nur für ein Feuerwerk veranstalten. Seien es die AfD-Wahlerfolge oder die Entschuldigung der Kanzlerin, weil Satire nicht jedermanns Sache ist. Du würdest den Status Quo der Kuschelrepublik, die um Gottes Willens bloß nie anecken möchte, gewiss mit einer zündenden Provokation den Spiegel vorhalten, nur um zwei Wochen lang von Kritikern und Medien so lange durchgekaut zu werden, bis es einem hoch kommt. Du würdest schreiend durch die täglichen Talkrunden der Öffentlich-rechtlichen wüten, damit mal wieder Leben in der Bude herrscht.

Beitragsbild: Satire - Weitermachen, jetzt erst recht

Satire – Weitermachen, jetzt erst recht

Einen Großteil meiner Jugend verbrachte ich damit, mich über andere lustig zu machen. Damals gab es noch keine Blogs, deshalb versuchte ich über Zeichnungen, sprich Comics, mein Umfeld zu diffamieren. Dank dieser Karikaturen gab es ab und zu Ärger. Mit Mitschülern, Nachbarn, Lehrern und Eltern. Spätestens da lernte ich, dass man es in Sachen Humor oder Satire nicht allen recht machen kann. Ein Witz gilt nur dann als gelungen, wenn alle lachen. Eine vollkommen unmögliche Mission, wenn ihr mich fragt. Erst recht, wenn man seinen alten Mathelehrer zeichnet, wie er als Teletubbie verkleidet eine Gießkanne vögelt.

Beitragsbild: Panama Papers - Die SZ feiert sich selbst

Panama Papers – Die SZ feiert sich selbst

Die erste Meldung, die ich im Zusammenhang mit den sogenannten Panama Papers las, war übertitelt mit »Meisterstück des investigativen Journalismus«. Einen Tag später hörte ich auf Deutschlandradio Kultur einen Bericht darüber, wie großartig die Enthüllungen seien und nur durch die gekonnte Recherche der gewieften SZ-Reporter dieser Skandal aufgedeckt werden konnte. So viel Aufregung am frühen Morgen, dabei wurde mit kaum einem Wort erwähnt, worum es bei den Panama Papers überhaupt geht. Es scheint, als sei dieser etwas in Vergessenheit geratene WikiLeaks-Journalismus über Nacht wieder in Mode gekommen.

Beitragsbild: »Lebe Deinen Traum - Alles nur bla bla«

»Lebe Deinen Traum – Alles nur bla bla?«

Eigentlich liebe ich meine Eltern. Sie schenkten mir meinen Führerschein, mein erstes Auto, mein Studium, die ersten 36 Mieten, mein zweites Auto, meine kleine Weltreise, erste Drogenversuche, den halben Inhalt meines Kleiderschranks und jede Menge Aufmerksamkeit. Andererseits könnte ich stundenlang auf sie einprügeln, weil sie mich nicht auf die hässliche Realität vorbereitet haben. Sie flüsterten mir immer »Lebe Deinen Traum« zu, solange ich denken kann. Es spielte keine Rolle, ob ich vollgekotzt und halbnackt viel zu spät nach Hause kam oder den schlechtesten Notendurchschnitt in der Geschichte der weiterführenden Schulen vorlegte. Stets bauten sie mich auf, indem sie sagten, dass ich alles schaffen kann – wenn ich nur fest daran glaube und auch was dafür tun würde.