Autor: Oliver Peters

Beitragsbild: Es wird Arschlöcher geben

Es wird Arschlöcher geben

Ein kleines Beruhigungsmittel in Textform an mich selbst: du kannst es drehen und wenden, wie du möchtest – es wird immer und überall ein absolutes Arschloch geben. Es wird dir ins Gesicht lügen und schlimmstenfalls nehmen, was dir lieb ist. Vielleicht reißt es dir gar das Herz raus und hinterlässt bleibende Schäden. Egoismus ist eine Motivation, nicht selten der Treibstoff; es macht ein solches Arschloch aus. Solche Gestalten sind selbstsüchtig, rücksichtslos, habgierig, träge und weisen letztlich jede Verantwortung von sich. Zugeben, dieser Absatz liest sich, als hätte ich ordentlich eins auf die Mütze bekommen. Als ob ich in Selbstmitleid zerfließen würde und die Gelegenheit nutzen möchte, ordentlich Frust abzulassen. Teilweise richtig. Zusätzlich ziehen mich die Erzählungen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis runter, die zwangsläufig auch an Arschlöcher geraten sind. Wie geschrieben, diese Zeilen sollen eine Art friendly reminder darstellen. Sie werden jedem begegnen, aber alleine diese Erkenntnis kann deren Einfluss schwächen.

Beitragsbild: »Denk mal drüber nach« waren seine letzten Worte

»Denk mal drüber nach« waren seine letzten Worte

Oder ihre letzten Worte. Für die folgende Story absolut schnuppe. Neulich bestaunte ich einen Eklat in einer Facebook-Gruppe, zu dem Popcorn gut gepasst hätte. Die Emotionen kochten über und einige der Namen beteiligten sich eifrig, ungezähmt – und vor allem unaufgefordert. Kennt man alles. Dafür gibt es schon lange ein Wort, welches wortwörtlich übersetzt höchst unangenehm klingt: Shitstorm. Wieso und weshalb es jedoch zur gemeinschaftlichen Empörung im Netz kam, soll an dieser Stelle eine untergeordnete Rolle spielen. Was mich beim Lesen der aufgewühlten Statements weitaus mehr faszinierte war eine abschließende Formulierung, die erstaunlich oft genutzt wurde. Denk mal drüber nach. Ein gezogener »Schlussstrich«, ein signalisierendes »Basta« oder eine Drohung, dass die »Schotten dicht gemacht« wurden. Denk mal drüber nach. Das ultimative Fazit, dem nichts mehr hinzuzufügen ist, Widerrede vom Absender unerwünscht.

Beitragsbild: Wenn andere Leute deine Musik scheiße finden

Wenn andere Leute deine Musik scheiße finden

Danke, danke, danke! Ich kann Dir nicht genug danken, verehrter Erfinder des Kopfhörers. Ohne Dein Geschenk wäre die Welt ein ziemlich lauter, ein unerträglicher Ort. Nicht auszudenken, wenn ich mir jede Lärmbelästigung, die manche ernsthaft »Musik« nennen, antun müsste! Eigentlich wollte ich Robert loben. Dufter Kerl! Ruhige Erscheinung, gibt ab und zu eine Fassbrause aus, total vertrauenswürdig. Geht selbst mitten in der Nacht nie bei Rot über die Straße, ein Ehrenmann, ein Bro-Bert! Ich persönlich hätte Robert mein Facebook-Passwort anvertraut, meinen Erstgeborenen nach ihm benannt oder wenigstens seinen Namen als Tattoo getragen. Aber so sollte es nie kommen, da ich mich massiv in ihm täuschte. Dieser Mann hört frei von jeder Ironie Ed Sheeran. Ich wiederhole: ED SHEERAN. Über Geschmack lässt sich (nicht) streiten Konnte ja auch niemand ahnen, dass Robert einen so beschissenen Musikgeschmack hat. Spätestens als er mit den Worten drohte »Ich muss dir ein Lied vorspielen – das wirst du lieben!«, hätte ich ohne zu Zögern aufstehen und gehen sollen. Wegrennen, laut LALALALA trällern und dabei die Lauscher zuhalten. Stattdessen grinste ich …

Beitragsbild: Es muss nicht immer Kevin oder Mandy sein Filmrezension »Der Vorname«

Es muss nicht immer Kevin oder Mandy sein Filmrezension »Der Vorname«

Der Film »Der Vorname« basiert auf einem Theaterstück der Messieurs Alexandre de La Patellière und Matthieu Delaporte. Bereits 2012 gab es eine französische Verfilmung, die auch in deutschen Programmkinos lief. Sönke Wortmann schafft es mit seiner Neuverfilmung, aktuelle Strömungen und Themen, die unsere Nachrichten und Kaffeepausen beherrschen, zielsicher und gekonnt einzubauen. Ich hätte nie gedacht, dass mich eine deutsche Komödie mal wieder zum Lachen bringen kann, aber das schaffte »Der Vorname« mehr als einmal. Des Weiteren hatte ich einen großen Vorteil während der Vorstellung: ich hatte keine Ahnung, worum es in dem Stück/Film geht. Aus diesem Grund empfehle ich jedem, der sich für »Der Vorname« von Sönke Wortmann interessiert, von Spoilern und Trailern großzügig Abstand zu halten. Je weniger man weiß, desto besser. Macht es am besten wie bei neuen Folgen von Game of Thrones: Facebook meiden, nicht mehr mit Mitmenschen sprechen, Augen tagsüber ebenfalls geschlossen halten. Diesen Trailer am besten ignorieren!

Beitragsbild: 40 Jahre Miesepeters

40 Jahre Miesepeters

Tun wir doch einmal für einen Moment so, als wäre das hier gar nicht der Blog für Schwarzmaler und Partypupser. Pfeifen wir zur Feier des Tages auf die nervigen»Ja, aber…« Argumente und reden uns vollkommen ironiefrei ein, dass es auch Schönes zu bereden gibt. Zugegeben, es fällt angesichts dieser nie abebbenden Flut an Negativschlagzeilen nicht besonders leicht, aber es gibt einen kleinen Grund zum Feiern: Miesepeters wird 40 und das hier ist der mittlerweile 500. veröffentlichte Beitrag. Geboren wurde die Idee im später September 1978 , als John Travolta & Olivia Newton-John mit dem Song »You’re the One That I Want« die deutschen Charts anführte. Nur ein Jahr später wurde das Zeitalter des schlechten Geschmacks eingeleitet, als die Klamauktruppe Dschingis Khan uns musikalisch mit »Moskau« den russischen Lebensstil schmackhaft machen wollte – was augenscheinlich nur mit einem entsprechenden Pegel Wodka gelang.

Beitragsbild: Beziehungsspeck: Fett und schnaufend im siebten Himmel

Beziehungsspeck: Fett und schnaufend im siebten Himmel

Alles hat einen Haken. Du dachtest, mit dem Ende des Single-Daseins hätte das Unglück ein Ende. Kein Tinder und Dating mehr, sondern stattdessen die volle Dröhnung Endorphine – in Form einer brandneuen Partnerschaft. Endlich hört sich jemand fasziniert deinen Scheiß an und möchte im Anschluss trotz Jogginghose Geschlechtsverkehr mit dir. Selbstverständlich ist das nicht, zumal der Langzeiteffekt bitter ist: du wirst fett. Die meisten Dauersingles begründen ihren Status mit Angst vor der Ehe oder gar Kindern, dabei haben sie bloß Schiss, dass sie ihre Füße nie wieder sehen werden.

Beitragsbild: Finger weg von meinem Kaffeebecher!

Finger weg von meinem Kaffeebecher!

Sie besteht aus Keramik, ist spülmaschinenfest und trägt den Hinweis: »Hier könnte Ihr Text stehen«. Meine unverzichtbarer Kaffeebecher in der neunten Generation. Vorher besaß ich unter anderem die Modelle »Ich hasse Menschen«, »NOPE« und »There is no place like 127.0.0.1.«. Sie fielen leider den typischen Bedrohungen des Alltags (sprich ungeschickte Kollegen und Spülmaschinen) zum Opfer, doch wurden im Handumdrehen ersetzt. Meine aktueller Büro-Becher wurde mir beim Wichteln geschenkt, aus Höflichkeit habe ich mich nicht negativ über den drauf gedruckten Spruch geäußert. Dabei ist er so witzlos, so unpassend und diskriminierend obendrein. Hier könnte ihr Text stehen. Hier könnte auch irgendwas Lustiges stehen, Vollidiot. Und erst recht nicht mit der Schriftart Comic Sans!

Alles Schlechte beginnt mit »K«

Lust auf ein kleines Spielchen, Kerstin? Was hat dein Name mit einer Katastrophe gemeinsam? Zu simpel, ich weiß. Aufgrund der recht eindeutigen Überschrift dieses Beitrags dürften meine Absichten klar wie Kloßbrühe sein. Die Idee zum Thema formte sich, als ich mich mit einer Kollegin über den typischen Klamauk des Chef ärgerte. Gewohnheitsgemäß flippte er wie irre herum, da ihn scheinbar die Welt mit all ihren tückischen Hindernissen arg überforderte. Der altbekannte Kabelsalat, die verkalkte Kaffeemaschine – all der Kram, der ihn täglich scheitern lässt. Neulich beschimpfte er mich als Klugscheißer, weil ich die besagte Kaffeemaschine ans Stromnetz … aber lassen wir das. Jedenfalls beginnt sein Nachname wenig überraschend mit »K«. So viel zur Motivation.

Beitragsbild: 10 Songs, die ratzfatz aggressiv machen

10 Songs, die ratzfatz aggressiv machen

Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum, sagte einst Nietzsche. Er konnte ja nicht ahnen, dass irgendwann Schlager erfunden wird und Melodien seitdem auch andere Funktionen erfüllen können. Heute gibt es Playlisten für Schäferstünden, für Masochismus im Fitnessstudio und für die Feierlichkeiten nach der Unterzeichnung eines Ehevertrages. Jede Lebenslage hat einen Soundtrack. Doch was ist mit jenen zwanghaften Pazifisten, die sich heimlich nach Bang Bang und Weißglut sehnen? Um der Apokalypse ein Stück näher zu kommen habe ich hier eine Playlist mit dem bescheidenen Titel »Musik für jene, die die Welt brennen sehen wollen« erstellt. Die Lieder dieser Liste machen innerhalb weniger Takte aggressiv und garantierten einen schnell eintretenden Wahnsinn, der einem axtschwingenden Jack Torrance im Hotel »Overlord« im Nichts nachsteht.

Beitragsbild: 10 Persönlichkeiten, die du für dein Unglück verantwortlich machen kannst

10 Persönlichkeiten, die du für dein Unglück verantwortlich machen kannst

Irgendwer muss ja an deiner persönlichen Misere schuld sein. Du selbst? Nope. Natürlich bist du nie und nimmer dafür verantwortlich. Schließlich bist du auch nur ein Opfer der Umstände. Mit dieser Einstellung lebt es sich bequemer als in so manchen Crocs. Eigenverantwortung ist nicht dein Ding; viel lieber zeigst du mit dem dramatisch fuchtelnden Zeigefinger auf Andere. Problematisch wird es nur, sobald alle auf diese recht unsinnige Idee kommen und niemand mehr für irgendwas verantwortlich sein will. Da hilft nur noch der Ausweg über Dritte, indem man komfortabel bekannte Persönlichkeiten für das erfahrene Unglück verantwortlich machen kann. Um die Suche nach einem Schuldigen zu erleichtern, liste ich hier mehr als zehn Namen auf, denen man die Schuld in die Crocs bzw. Schuhe schieben kann.