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Wie redet man mit Kindern?

Beitragsbild: Wie redet man mit Kindern?

Viele Erwachsene wissen nicht, wie sie mit Kindern reden sollen. Erst recht, wenn die Blagen einen mit »Papa« oder »Mama« anreden. Hier sind ein paar Tipps.

Fühlst du dich auch unbehaglich, wenn kleine Menschen in deiner Nähe sind? Mit diesem Problem bist du nicht allein; mindestens zwei Personen aus meinem Bekanntenkreis haben ebenfalls keinen Schimmer, wie man mit Kindern reden soll. Die Dunkelziffer ist gewiss noch höher. Eine in dem Fall typische Reaktion wäre ein Achselzucken oder so zu tun, als ob man das Gezeter nicht bemerken würde. Selbst wenn einen die stolzen Mütter ins Gewissen reden (»Die Ohren hat er von dir«) fixiert man geistesabwesend einen Fettfleck an der Wand und wartet, bis es vorbei ist.

Auch Kinder haben Meinungen

Natürlich haben nicht nur Männer dieses Problem. Besonders kinderlose Frauen wundern sich, wozu Kinder benötigt werden, wenn es doch Schuhe gibt. Leider bleiben den meisten Menschen Familienfeste, Hochzeiten und Geburtstage nicht erspart. Jene Veranstaltungen, zu denen sogenannte Helicoptereltern ihren Nachwuchs mitschleppen, um die Last auf die anderen Gäste zu verteilen. Aber worüber mit den Kindern reden? Ob sie Anne Will auch sterbenslangweilig finden? Was sie für die Altersvorsorge geplant haben? Ob sie einem noch ein Bier mitbringen können? Für all die verlorenen Seelen habe ich einen kleinen Leitfaden für die Gesprächsführung erstellt. Mit Hilfe dieser leichten Dialoghilfe ist es ein Kinderspiel, selbst mit verzogenen Gören ein Gespräch zu führen.

Das Übel beim Namen nennen

Stelle Fragen, die einfache Antworten erzeugen. Für den Einstieg gilt die Faustregel, dass aufkommende Gespräche direkt im Keim erstickt werden müssen. Nur auf diese Art und Weise wird verhindert, dass das Kind den ganzen Abend mit dir quatschen will. Stelle also niemals offene Fragen, auf die mehr als ein »Ja« oder »Nein« folgen könnte. So hast du das Gespräch schnell hinter dich gebracht und kannst dich wieder auf das Buffet konzentrieren.

Nenne beim Plausch öfter den Vornamen. Kinder sind in der Regel keine guten Zuhörer. Das liegt zum einen an der konstanten Reizüberflutung, aber auch zu großen Teilen an deiner Mittelmäßigkeit. Wenn du schon mal mit einem undankbaren Kind reden musst, solltest du wenigstens ein wenig Aufmerksamkeit dafür bekommen. Lasse aus diesem Grund öfter mal den Vornamen fallen. Du wirst sehen, selbst ein »Matt-Eagle« wird große Ohren machen!

Mache den Feind zum Freund

Versuche, das Kind zu verstehen. Natürlich erzählt die Mini-Me Version des Gastgebers nur Unfug, aber du als ordentlicher Gast weißt damit umzugehen. Du hörst dem jammernden Kind einfach zu und baust somit Vertrauen auf. Zeige Verständnis, wenn Papa mal wieder das Handy in den Safe packt. Werde zum Verbündeten, wenn Mama erneut ekelhaften Rosenkohl auftischt. Du kannst die neu geschaffene Vertrauensbasis noch steigern, indem du lässig ein paar »Deine Mutter!« Sprüche aus alten Schulhof-Zeiten vom Stapel lässt.

Bleib simpel. Dialoge mit Kindern können mühselig sein, wenn man den eigenen Wortschatz auf ein Minimum reduzieren muss. Der Einsatz von übertrieben komplizierten Fremdwörtern eignet sich höchstens dazu, das Kind zum nächsten Erwachsenen zu jagen. Solltest du jedoch den schwarzen Peter gezogen haben, bleibt nur die Reduktion und die Anwendung einer vereinfachten Sprache. Gewohntes Terrain, wenn man drüber nachdenkt. Im Grunde ist es so, als wenn sich der Abend dem Ende neigt und du selbst nur noch Dinge wie »Bier!« und »Taxi!« raunen kannst – alles schon einmal in ähnlicher Form erlebt. Achte bei den Themen nur auf jugendfreie Inhalte. Sollten dir sämtliche Argumente ausgehen, so tanze einfach. Körpersprache sagt oft mehr als tausend Worte. Aber auch das wird zu deinen üblichen Verhaltensweisen ab einem gewissen Pegel gehören.


Letzte Bearbeitung war am 19.09.2017

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