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Klarer Fall: Du bist zu höflich Warum dich deine Rücksichtnahme unglücklich macht

Beitragsbild: Warum deine Rücksichtnahme dich unglücklich macht

Deine Rücksichtnahme in allen Ehren, aber warum tanzen dir alle auf der Nase herum? Um sich gegen die Idiotie dieser Gesellschaft zu behaupten benötigst du funktionstüchtige Ellbogen und ein wenig Rückgrat, sprich Eier.

Eine Situation kennt man aus unzähligen witzlosen US-Komödien: Finn-Günther liebt Britney-Sophie, doch diese liebt den groben Konstantin, weil der so viele Tattoos trägt und zahlreiche Kilometer auf seiner Fitness-App angesammelt hat. Als der unglücklich verliebte Finn-Günther im Suff all seinen Mut zusammennimmt und ihr via Facebook schreibt, wie toll er sie findet, antwortet sie nur: »Sorry Bro, du bist zu nett.«

Finn-Günther wird sich stattdessen wieder auf Instagram-Bitches konzentrieren und absichtlich weggucken, wenn Bad Boy Konstantin vor seinen Augen mit seinem Ex-Herzblatt rummachen wird. Er gab kampflos auf und ergab sich dem grausamen Schicksal. Warum? Er ist kein ungebildeter Hobel und weiß, dass der Klügere nachzugeben hat. Seine Rücksichtnahme, seine stets zuvorkommende Art lähmt ihn. Anstatt Konstantin die Leviten zu lesen, lässt er das Vermeidbare lieber geschehen.

Passiv aggressive Rücksichtnahme

Diese kleine Einleitung ist nur ein Beispiel. Sicherlich kennt jeder im Kern vergleichbare Situationen, in denen man den offensichtlich Dummen das letzte Wort lässt. Insbesondere in Streitgesprächen wird es einem irgendwann zu bunt, man sagt sich »Das ist es nicht wert« und gibt dem Gegenüber das Gefühl, überzeugender und somit im Recht zu sein. Ich selbst kann eine weitere Erfahrung mit einem aufbrausenden Vorgesetzten nennen. Während einer hitzigen Diskussion über Arbeitsabläufe wurde mir bewusst, dass es ihm nicht wirklich darum ging, meinen Standpunkt anzuhören.

Dem Vorgesetzten erschien es mit Hilfe hysterischer Lautstärke weitaus wichtiger, mir zu signalisieren, eigentlich keine Meinung haben zu dürfen. Warum ich ihn nicht gegen das Schienbein trat, sondern stattdessen nur verständnislos nickte … das Verhalten kann ich nur mit meiner anerzogenen Höflichkeit begründen. Meine Eltern brachten mir schließlich bei, dass man andere aussprechen lassen soll und vor allem nicht direkt zum Nierenschlag ausholt, nur weil der andere Widerworte gibt. Wenn meine Eltern wüssten, was sie damit angerichtet haben!

Arschlöchern gehört die Welt

Man braucht sich nicht lange umschauen, um die möglichen Kandidaten ausfinden zu machen. Also jene, die sich nicht durch Nettigkeit hervor taten, sondern eher mit Angst und Druck ihren Platz in der Gesellschaft erzwangen. Wenn wir beim Thema Job bleiben, so ist ein Arbeitnehmer, der seine Arbeit zu gut erledigt, schnell der Benachteiligte. Nicht nur, dass von ihm stets ein gewisser Standard erwartet wird – für seinen Einsatz wird er wenig positives Feedback erhalten. Nicht nur einzelne Personen sind imstande, deine Gutmütigkeit auszunutzen. Besonders Firmen und Institutionen nutzen deine Passivität aus. Du gibst dich den Vorgaben hin, weil man es »eh nicht ändern kann«.

Ein wenig Rückgrat zeigen, ein paar Grenzen setzen. »Everbody’s darling« ist schnell der Idiot vom Dienst. Unterwürfigkeit macht nicht unbedingt sexy. Dies hätte sich auch Finn-Günther hinter die Ohren schreiben sollen, ehe er das Handtuch geworfen hat. Hätte er nicht direkt einen Heiratsantrag formuliert, wäre er nun vielleicht an Konstantins Stelle.

Aus diesem Grund sollte jeder einen gesunden Ellbogen entwickeln, damit die Rücksichtslosen nicht die Überhand gewinnen. Was? Findest du blöd? Dann tritt mir doch gegen das Schienbein.

Bild: gratisography.com, CC Zero


Letzte Bearbeitung war am 21.09.2016

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