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Wenn der Chef Dich nicht respektiert Zahlreiche Gründe für die Selbständigkeit

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Hast Du die Vermutung, dass Dein Chef Dich nicht leiden kann? Dass ihr nie BFF werdet? So kannst Du Deine Beliebtheitsskala in der Chefetage messen.

Hast Du ein gutes Verhältnis zu Deinem Chef? Oder hast Du den Eindruck, als ob er Dir stundenlang in die Fresse hauen möchte? Vielleicht liegst Du damit gar nicht so falsch. Manche Chefs sind geborene Misanthropen (wie ich!) und haben gar keine Lust, sich mit Dir zu beschäftigen. Leider kannst Du Dir als Angestellter diesen Luxus nicht leisten. Er bezahlt Dich und sichert somit Deinen Jahresurlaub und ebnet möglicherweise den Weg zur Karriere. Du musst in den sauren Apfel beißen und immer auf schön Wetter machen. Woran Du aber merkst, dass er gar nicht so viel von Dir hält, erkennst Du an den folgenden Hinweisen.

Sieh es ein: Dein Chef hasst Dich!

Er interessiert sich nicht für Deinen Input. Es ist sehr aufmerksam von Dir, dass Du absichtlich das Einhorn-Klopapier statt dem üblichen Schmiergelpapier gekauft hast, aber come on! Das sichert Dir noch lange nicht das Recht, dem Boss ein Kotelett an die Backe zu labern. Wie lange muss er Dich selbst in Gesprächen unter vier Augen ignorieren, damit Du schnallst: es gibt Gründe für den begrenzten Jahresvertrag.

Absprachen? Pfff …. Wer erinnert sich noch an all die Versprechungen, die im Vorstellungsgespräch genannt wurden? »Sie bekommen natürlich nach der Probezeit eine angemessene Gehaltserhöhung!« oder »Dass Sie einen Firmenwagen gestellt bekommen, brauche ich Ihnen gar nicht erst sagen, ne?« Auch im weiteren Arbeitsalltag entpuppen sich seinerzeit erfreuliche Aussichten als Lockmittel, bis man in der Falle hockt.

Entscheidungen werden ohne Dich getroffen. Spätestens wenn man zwangsversetzt wird und es erst am Tag X erfährt, sollte man das gute Verhältnis zum Boss in Frage stellen. Hinzu kommt, dass Deine Meinung das Potential eines umgefallenen Sack Reis in China hat. Tragisch? Es kann noch schlimmer kommen. Wenn die einzige Antwort, die Du während eines Meetings erhältst lautet: »Haben Sie was gesagt? Warum machen Sie nicht noch einmal Kaffee?«

Wie bitte? Sie wollen eine neue Tastatur? Man wird ja noch träumen dürfen! Von einem netten Arbeitsplatz mit Kühlschrank und kleinen Apfel-Symbolen auf den Rechnern. Stattdessen freut man sich über jeden weiteren Tag, an dem man WIN 95 zum Laufen kriegt und der Stuhl nicht unter einem zusammenkracht. Mutigen, die zum Beispiel nach einem neuen Mauspad fragen, wird gnadenlos der Lohn gekürzt.

Dein Boss, der ewige Endgegner

Du hast keine Freizeit. Manchmal dissen sich Kollegen untereinander nach dem Motto »Wie? Schon wieder Urlaub?« Dabei feiert man nur die unzähligen Überstunden ab, die einem der Chef aufbrummte. Andere kennen das Dilemma, wenn der Boss sich zu unpassenden Zeiten via Handy meldet, um irgendeinen Unfug zu verbreiten. Irgendwelche Termine streichen, blödsinnige Vorbereitungen treffen und bloß an neue Rollen Einhorn-Klopapier denken.

Deine Arbeit zählt ohnehin nicht. »Oh, sie haben auch eine Präsentation fertig? Schön! Aber wir ziehen die von Kollege Hauser vor.« Der ewige Zweite unter den Mitarbeitern zu sein, ist auch ein Indiz dafür, dass Dich Dein Chef im Grunde nicht leiden kann. Du bemühst Dich ohne Ende, doch wirst immer wieder abgewiesen. Blöd nur, dass es direkt auffällt, wenn Du stattdessen gar nichts tust.

Lob ist ein Fremdwort. All die Schufterei, all die Überstunden und darüber hinaus noch Home-Office. Du hast Dich wahrlich für Deine Firma eingesetzt. In einem angenehmen Unternehmen könntest Du unter Umständen mit ein paar schmeichelnden Worten rechnen, aber ein Boss, der Deine Visage kaum erträgt, wird drauf pfeifen. Stattdessen hofft er, dass Du in Deinem Büro bleibst und nur zum Pinkeln Deinen Arbeitsplatz verlässt.

Dein Nachfolger steht bereits in den Startlöchern. Sieh Dir den Praktikanten neben Dir ganz genau an. Naiverweise denkst Du, dass Du ihn einarbeitest, damit er vielleicht in einem anderen Unternehmen eine dementsprechende Leistung bringen kann. Was Du jedoch nicht ahnst: wenn das Praktikum durch ist, wird er auf Deinem alten Drehstuhl Platz nehmen. Kleiner Trost: auch er wird nach einem neuen Mauspad fragen müssen.


Letzte Bearbeitung war am 17.06.2017

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