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Twitter? Verstehe ich nicht

Beitragsbild: Twitter verstehe ich nicht

Twitter ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln. Alleine schon überfordert vom richtigen Einsatz des Hashtags werde ich so nie US-Präsident.

Man kann der Meinungsschleuder Twitter ja vorwerfen, was man möchte. Aber schnell ist es auf alle Fälle. So schnell, dass ich nicht mehr mitkomme. Genau genommen ließ es mich bereits beim Start 2006 elendig in den Startlöchern verrecken. Ist mir aber recht. Soll der sogenannte Micro-Blogging-Dienst sich ruhig abstrampeln, ehe er voll Karacho an einer Wand zerschellt.

Twitter, ein zusammengewürfelter Duschgedanke

Mein großes Problem mit Twitter ist der Überfluss an ungefragten Meinungen im Sekundentakt. Das Hinnehmen von Meinungen bzw. Kommentaren, die man nie hören wollte, scheint eh alltäglich zu sein. Man könnte dies auch diesem Blog vorwerfen. Jedoch zwinge ich ja niemanden, meine Texte zu lesen. Werfe ich aber Twitter an, so werden mir irgendwelche Heinis vorgeschlagen, die einfach nur das passende Hashtag des Tages setzten oder »Trends« setzen mit kontextfreiem Hirnschiss wie zum Beispiel: »Wenn Sie was Ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs«.

Die Nutzung von Twitter ist mit den sogenannten »Duschgedanken« (Showerthoughts) vergleichbar. Die Bezeichnung erklärt sich eigentlich selbst: spontan zusammengeschusterte Gedanken, die beim Tagträumen oder bei banalen Tätigkeiten entstehen. Meist behält man sie für sich – doch Twitter bietet die einmalige Möglichkeit, dass eine willkürliche Person im Netz etwas Geniales in Deinem Wirrwarr erkennt. Ein verlockender Gedanke, um unseren Narzissmus schnell und direkt zu befriedigen! Dieses Machtgefühl wollte ich am eigenen Leib erfahren. Drum brachte ich #filmemitbanane ins Spiel.

Filme mit Banane – ein Twitter Experiment

Mein Timing ist zugegebenermaßen miserabel. Ausgerechnet am Tag nach dem TV-Duell zwischen Merkel und Schulz wollte ich mein Experiment in Sachen Twitter abhalten. Mein Plan dazu: ich poste unter dem genannten Hashtag lauter Filmtitel, in denen ein wichtiges Wort durch »Banane« ersetzt wird. Solche kurzlebigen Trends sind für die Twitter-Gemeinde nichts Neues und deshalb erhoffte ich mir eine gewisse Reaktion. Aber gegen #TVDuell war ich chancenlos. Mutti und der Mann aus Würselen standen über allem. Nichtsdestotrotz zog ich das Bananending durch und konnte einige Leute zum Mitmachen bewegen.

Hashtags überfordern mich

Zum Glück gab es einige, die das Spielchen mitspielten. Es kamen sogar viele witzige Vorschläge zusammen, aber ob das der Sinn und Zweck von Twitter ist? Durch die Schnelligkeit der Tweets erfahre ich fast live, was derzeit abgeht. Wie gesagt: an dem Tag schien es offensichtlich, dass die Teilnehmer lieber ihren Senf zum TV-Duell abgeben wollten. Vielleicht ist das eher im Interesse der Fans; sich einfach in Position bringen und spontane Gedanken in den Raum rufen. Manche schaffen es damit bis ins Amt des Präsidenten.

Abgesehen von diesem Versuch stehe ich Twitter aber recht ahnungslos gegenüber. Was ist einen Tweet wert? Muss mein Kommentar von 140 Zeichen von der Welt gelesen werden? Und wenn ja – welches Hashtag brauche ich dann? Auch als reiner Leser bin ich schnell überfordert. Wem soll ich folgen? Welche Listen kann ich anlegen? Und wer soll das alles lesen? Ich glaube, ich tweete lieber weiter über Bananen und lasse das Weiße Haus links liegen.


Letzte Bearbeitung war am 06.09.2017

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